«Agilität und eine hohe Reaktionsfähigkeit waren für Schweizer ICT-Anbieter immer schon wichtig»

Interview mit Gabriela Keller, CEO von Ergon Informatik AG

Agilität

Parcours statt Hamsterrad: Das anspruchsvolle Spielfeld der ICT

Im August 2020 haben wir anlässlich der Lancierung des Labels swiss hosting mit Christian Walter, dem Geschäftsführer von swiss made software gesprochen – über die Rolle von Herkunfseffekten in der ICT sowie über die spezifischen Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des ICT-Standorts Schweiz (>> Interview lesen). In diesem Gespräch, aber auch in anderen, die wir mit Standortentwickler/-innen geführt haben, wurde immer wieder ein Zürcher ICT-Unternehmen als Beispiel für eine konsequente und erfolgreiche Standortstrategie erwähnt: Die Ergon Informatik AG. Ergon (εργον) ist ein Schlüsselbegriff der aristotelianischen Philosophie und bedeutet soviel wie «die differenzierende Funktion oder Leistung eines Dings». Unsere Neugierde war geweckt: Schliesslich erachten wir es als unser εργον, den differenzierenden Leistungen von Unternehmen und Standorten auf die Spur zu kommen.

CEO der Ergon Informatik ist die ETH-Absolventin Gabriela Keller. 1994 ist sie als Softwareentwicklerin bei Ergon eingestiegen und dem Unternehmen seither treu geblieben. Wir wollten von ihr erfahren, wie sie den ICT-Standort Schweiz und seine Bedeutung wahrnimmt, worin sie seine spezifischen Erfolgsfaktoren und Herausforderungen sieht – und natürlich was ihrer Auffassung nach die «spezifische Differenz» der Ergon Informatik ist.

Gabriela Keller, CEO von Ergon Informatik AG

Informationstechnologie gehört nicht unbedingt zu dem, was Leuten in den Sinn kommt, wenn von der Schweizer Wirtschaft die Rede ist. Ist die ICT-Branche im öffentlichen Bild der Schweiz unterrepräsentiert?

Auf jeden Fall. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann hat die ICT den siebtgrössten Anteil am BIP der Schweiz, Tendenz steigend. Klar, wir zählen zu den jüngeren Wirtschaftszweigen in der Schweiz, aber das ist ja auch in anderen Ländern so.

Worauf ist die vergleichsweise geringe Sichtbarkeit der Schweizer ICT-Branche zurückzuführen?

Da spielen viele Faktoren zusammen. Die Schweizer ICT-Landschaft ist stark fragmentiert und auf das B2B-Geschäft fokussiert. Beides führt dazu, dass die breite Öffentlichkeit nicht so viel mitbekommt. Wie auch andere Industrien leiden wir zudem unter dem «Fluch des kleinen Heimmarkts». Es ist schwierig, im Schweizer Markt die kritische Grösse für einen internationalen Durchbruch zu erreichen. Selbst Expansionen in die deutschsprachigen Nachbarländer sind nicht so einfach, wie man meinen könnte – zumindest nicht für die Individualsoftware-Entwicklung. Nicht nur die höheren Lohnkosten, sondern auch kulturelle Unterschiede können zu Expansionshürden werden, weil Prioritäten und Erfolgskriterien unterschiedlich ausgelegt werden.

Bei den meisten Unternehmern ist es so, dass sie ihre Zeit grundsätzlich lieber in ihr Kerngeschäft als in politisches Lobbying investieren, das ist bei mir genauso. Aber wenn man sich nicht proaktiv für gute Rahmenbedingungen einsetzt, zahlt man früher oder später den Preis dafür.

Ist die Schweizer ICT-Branche denn auch politisch unterrepräsentiert?

Ja. Die Zahl der ICT-affinen Parlamentsmitglieder ist nicht sehr gross. Dieser Anteil wird der volkswirtschaftlichen Bedeutung der ICT-Branche nicht gerecht. Es wäre aber zu einfach, die Verantwortung für die politische Unterrepräsentation unserer Branche allein der Politik zuzuschieben. Die ICT-Szene müsste selbst politisch aktiver werden und sich Gehör verschaffen, so wie es auch die traditionellen Wirtschaftszweige tun. Hier gibt es sowohl auf Verbands- wie auch auf Unternehmensebene Aufholbedarf. Die verschiedenen ICT-Verbände leisten gute Arbeit, sie müssten ihre Kräfte aber noch stärker vereinen. Gewisse Bestrebungen in diese Richtung sind bereits im Gang. Bei den meisten Unternehmern ist es hingegen so, dass sie ihre Zeit grundsätzlich lieber in ihr Kerngeschäft als in politisches Lobbying investieren, das ist bei mir genauso. Aber wenn man sich nicht proaktiv für gute Rahmenbedingungen einsetzt, zahlt man früher oder später den Preis dafür. Ein gewisses Engagement zur Sensibilisierung der Politik ist wichtig. Es ist zu hoffen, dass einige Vertreter aus der Gründergeneration der 80er-Jahre, die jetzt die operative Führung ihrer Unternehmen an die nächste Generation abtreten, einen Teil ihrer freigewordenen Kapazitäten für politisches Engagement nutzen werden. Aber auch Jungunternehmer können wichtige Beträge leisten, so dass wir gemeinsam ein breit abgestütztes Zukunftsbild schaffen können.

Braucht es denn ein stärkeres Bekenntnis der Politik zur ICT-Industrie, etwa in der Form staatlicher Investitionen?

Staatliche Investitionen sind nicht der einzige Weg zu einem starken ICT-Standort, aber es ist eine Tatsache, dass bekannte ICT-Standorte wie Kalifornien oder Tel Aviv ihren heutigen Status staatlichen Investitionen verdanken. Europa ist führend mit der Datenschutzgrundverordnung. Auch in der Schweiz sehe ich viel Potenzial im Bereich Datenschutz und Datensicherheit. Aber wie man an der Debatte um das E-ID-Gesetz (Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste) sieht, sind wir in der Schweiz bei diesen Themen sehr langsam. Der aktuelle Gesetzesvorschlag, Ergebnis eines 15 Jahre dauernden Prozesses, bildet die Grundlage für eine staatlich geprüfte E-ID mit einer Rollenteilung zwischen Staat und Privaten. Mit der Begründung, dass der Staat die E-ID herausgeben müsste, wurde dagegen das Referendum ergriffen. Aus meiner Sicht ist es wichtig, endlich in die Umsetzungsphase zu kommen. Die Schweiz ist ein wichtiger ICT-Standort und um dies zu bleiben, braucht es eine fortschrittliche Infrastruktur.

Umgekehrt betrachtet: Welche Rolle spielt der Standort Schweiz in der Positionierung der Ergon?

Wir sind eine der wenigen grösseren Schweizer IT-Firmen, die zu 100% auf den Standort Schweiz setzen. Dies war eine bewusste Entscheidung, an der wir festhalten werden. Wir sind ein Dienstleister für digitale Innovationsvorhaben im Premiumsegment: Wir arbeiten mit den besten Experten nahe am Kunden, lösen schwierige Problemstellungen und setzen komplexe Ambitionen in Realität um. Das Festhalten am Standort Schweiz sowie unsere Investitionen in attraktive Arbeitsplätze sind logische Folgen dieser Nischen-Positionierung: Es hilft uns, erstklassige Qualität zu gewährleisten.

Diese Positionierung müsste sich bei der Marktbearbeitung eigentlich gut mit dem Absender «Schweiz» vermitteln lassen.

Das stimmt, die Schweizer Herkunft hilft dabei, Vertrauen in Leistungsversprechen verschiedener Art zu gewinnen, ganz besonders aber, wenn es um Qualität, Sicherheit und Kontinuität von geschäftskritischen Unterfangen geht. Eine Zeit lang haben wir darum Swissness als Verkaufsargument für unser Sicherheitsprodukt «Airlock Secure Access Hub» verwendet, das im internationalen Einsatz ist. Organisationen können damit sicheren Zugriff verschiedener Nutzer auf Cloud- oder internen Server-Systemen zentral verwalten. Gerade in der Zeit der Snowden-Enthüllungen schien Swissness ein gutes Argument zu sein, um glaubwürdig zu vermitteln, dass wir keine versteckten Hintertüren in unsere Systeme einbauen. Mit der Zeit haben wir das Swissness-Marketing wieder zurückgefahren, da wir lieber mit unseren Produkten und Leistungen statt dem Swiss Brand überzeugen möchten.

Welche Bedeutung hat Swissness im ICT-Dienstleistungsgeschäft?

Dienstleistungen verkaufen wir vor allem im einheimischen B2B-Markt an Kunden aus dem privaten und öffentlichen Sektor. Unser Bekenntnis zum Standort Schweiz fällt dabei stark ins Gewicht, weil sie wissen, was damit einhergeht: Schnelle Reaktionsfähigkeit, starkes Domänen-Know-how, die gleiche Gesetzgebung, vereinfachte Kommunikation und Vertrauen dank räumlicher Nähe. Dank einer tiefen Fluktuation können wir langjährige Kunden mit den gleichen Ansprechpartnern bedienen, was ihre Geschäftskontinuität massgeblich fördert. So profitieren Kunden nicht nur von hohem Verantwortungsbewusstsein und Qualitätsmassstab, sondern auch von einem zukunftsorientierten Geschäftssinn. Im Schweizer Raum profitieren wir von unserem sehr positiven Markenimage. Viele Neukunden gewinnen wir durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Schweizer Herkunft explizit zu betonen, hat für uns im Heimmarkt daher keine Priorität, doch wir kommunizieren, dass wir ausschliesslich in der Schweiz entwickeln.

Lässt sich schon abschätzen, welche Auswirkungen die Corona-Krise für ein Unternehmen mit Eurer Standortstrategie hat?

Die Corona-Krise wird keinen Einfluss auf unsere Standortstrategie haben. Wir haben sogar im Juni unseren dritten Standort eröffnet, um ausreichend Platz zu haben und Mitarbeiter mit qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen auszustatten. Auch «nach» Corona – sofern man das so überhaupt sagen kann – werden wir das Arbeiten vor Ort so attraktiv wie möglich gestalten wollen, jedoch mit grösserer Flexibilität für Homeoffice. In diese Sinne kann man sagen, dass Corona uns unsere Investitionen um den Bereich Homeoffice erweitert hat. Die Standortstrategie mit modernen Räumlichkeiten an zentraler Lage bleibt jedoch bestehen. Damit gewährleisten wir Kunden und Mitarbeitern zugleich den direkten Zugang zu einer enormen Vielfalt von Expertenwissen, was wichtig für den Wissensaustausch sowie die Lösungsfindung ist.

Im Gegensatz zu unseren Mitbewerbern arbeiten unsere Mitarbeiter in stabilen Teams mit hoher Eigenverantwortung. Durch den regen Austausch innerhalb eines Teams sowie über Teamgrenzen hinweg werden wichtige Synergie-Effekte erzeugt, und oftmals führt eben auch ein simpler informeller Austausch zu einer innovativen Idee oder einem neuen Ansatz. Der soziale Austausch und Wissenstransfer sind wichtige Bestandteile unserer Unternehmenskultur und unseres Erfolgsrezepts. Corona hat dies noch verdeutlicht und uns dazu bewegt, uns in diesen Punkten stets weiter zu entwickeln.

Wir beobachten schon seit mehreren Jahren einen Zuwachs an IT-Kompetenz bei unserer Kundschaft. Man könnte nun meinen, dass dadurch weniger Aufträge bei externen Dienstleistern landen. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Ist damit zu rechnen, dass das interne IT-Kompetenzniveau Eurer Kundschaft steigt?

Ja, wir beobachten schon seit mehreren Jahren einen Zuwachs an IT-Kompetenz bei unserer Kundschaft. Man könnte nun meinen, dass dadurch weniger Aufträge bei externen Dienstleistern landen. Das Gegenteil ist aber der Fall: Je höher das IT-Niveau unserer Kundschaft, desto stärker werden Qualitätsunterschiede wahrgenommen, und das hohe Kompetenzniveau unserer Experten kommt besonders zum Tragen. Als Premium-Anbieter kommt es uns daher zugute. Natürlich ist auch die Zusammenarbeit produktiver, wenn das Kompetenzniveau auf beiden Seiten hoch ist.

Wie können Unternehmen aus traditionellen Wirtschaftszweigen gewährleisten, dass sie bei der digitalen Transformation nicht an Differenzierung einbüssen, sondern dazugewinnen?

Indem die Digitalisierung dafür genutzt wird, die eigene Kernwertschöpfung zu unterstützen. Wichtig ist, sich zu überlegen, in welchen Bereichen sich eine massgeschneiderte Lösung lohnt, während andere Bereiche mit standardisierten Produkten abgedeckt werden können. Typischerweise investieren Unternehmen in die Individualisierung von geschäftskritischen Business-Applikationen, um sich Marktvorteile zu verschaffen. Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Transformation oder innovative Digitalisierung müssen natürlich vorhanden sein. Dies betrifft oftmals die Zusammenarbeit unterschiedlicher Geschäftsbereiche, darum müssen solche Vorhaben sorgfältig geplant und von der ganzen Organisation getragen werden.

Wir können nicht auf Marktmacht, Netzwerkeffekte oder tiefe Preise setzen. Wir waren immer gezwungen, clevere und hochwertige Nischenlösungen sowie Add-ons zur Ergänzung der Standard-Produkte globaler Player zu entwickeln.

Damit wären wir beim Kernthema von Swiss Brand Experts, den differenzierenden Stärken. Auf welche Stärken sollten einheimische ICT-Anbieter setzen, um langfristig gegen die Tech-Giganten zu bestehen?

Ich sehe vor allem drei Bereiche, in denen sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile erringen lassen: Datensicherheit, Agilität und Reaktionsfähigkeit.

Die europäische Datenschutzpolitik gibt Anbietern aus dem europäischen Raum einen Vertrauensvorsprung gegenüber USA und Asien. Die Schweiz ist dank ihrer Neutralität und Stabilität besonders gut aufgestellt.

Agilität und eine hohe Reaktionsfähigkeit waren für Schweizer ICT-Anbieter immer schon wichtiger als für die meisten ausländischen Mitbewerber: Wir können nicht auf Marktmacht, Netzwerkeffekte oder tiefe Preise setzen. Wir waren immer gezwungen, clevere und hochwertige Nischenlösungen sowie Add-ons zur Ergänzung der Standard-Produkte globaler Player zu entwickeln. Darum ist es auch wichtig, dass in Zukunft noch mehr hervorragende Fachkräfte an unseren Hochschulen ausgebildet werden.

Stichwort Fachkräfte: Das Niveau stimmt, aber die Menge nicht?

Genau. Unsere technischen Hochschulen gehören zu den besten der Welt. Wir müssen jedoch alle Hebel in Bewegung setzen, um die Zahlen zu vergrössern:

Es sind aktuell weniger als ca. 2’500 Hochschulabsolventen pro Jahr.

An welche Hebel denken Sie und wer hat diese in der Hand?

Wir müssen mehr junge Menschen für die MINT-Berufe begeistern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und aufzeigen, wie relevant, spannend und vielfältig die Berufsbilder der Informatik sind. Verschiedene Organisationen wie z. B. IngCH engagieren sich für mehr Ingenieure in der Schweiz, indem sie Jugendlichen in der Studienwahlphase die Welt der MINT-Berufe schmackhaft machen. Oder Initiativen wie die der Informatiktage in Zürich, die die Informatikwelt für alle zugänglich und erlebbar zu machen, indem sie Unternehmen, Start-up’s und Hochschulen dazu bringen ihre Türen zu öffnen, um persönliche Begegnungen und einmalige Einblicke in ihren Arbeits- und Forschungsalltag zu gewährleisten.

Es passiert viel, es braucht aber noch viel mehr Engagement in der Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und im Bildungswesen. Allein das Interesse von jungen Frauen für MINT-Studiengänge und später Berufe zu gewinnen bleibt eine Herausforderung.

Was schreckt Frauen vom Informatik-Studium ab?

Oft Vorurteile und mangelnde Kenntnisse der Berufsbilder. Ich bin Mitglied der Kommission Bildung von ICTswitzerland, die dieses Jahr das Positionspapier zum Thema «Frauen in der Informatik» aktualisiert hat. Dieses behandelt Themen wie geschlechterfreundlichen Unterricht und Möglichkeiten, wie das familiäre Umfeld und Lehrpersonen Mädchen bei der Wahl eines «geschlechtsuntypischen» Berufs unterstützen und ihr Selbstbewusstsein in Bezug auf mathematischen Fähigkeiten stärken können.

Was ist mit der Vorstellung des sozial isolierten «Nerds», der im stillen Kämmerchen in den Monitor starrt?

Diese Vorstellung ist längst überholt und moderne Unternehmen bieten attraktive Arbeitsumgebungen. Bei uns ist die Arbeit von viel Interaktion im Team, engem Austausch mit den Kunden, Überzeugungs- und Erklärungsarbeit sowie ganzheitlichem Denken geprägt. Zudem gibt es viele Events zum Netzwerkaufbau, zum Wissenstransfer oder einfach nur, um sich auszutauschen.

Die Vorstellung, dass es beim Programmieren «nur um Maschinen geht», ist falsch. Das Lösen von Problemen an der Schnittstelle Mensch-Maschine hat deutlich an Stellenwert gewonnen und bietet sehr spannende Aufgabenfelder an der Front – Nutzen direkt für die Anwender.

Inwieweit verschärft die Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften den Fachkräftemangel in der Schweiz?

Ich denke, das ist neutral und ziemlich ausgeglichen. Wenn ETH-Absolventen Jobs bei Top-Adressen aus dem Silicon Valley finden, dann ist das ein Zeichen für Qualität: Es zeigt, dass die Schweiz in der Lage ist, Spitzenfachkräfte auszubilden. Solche Fachkräfte sind gute Botschafter für den Ausbildungsstandort Schweiz und somit auch für den Wirtschaftsstandort. Umgekehrt kommen hochqualifizierte ausländische Fachkräfte in die Schweiz, weil es hier spannende Jobs und gute Lebensbedingungen gibt. Ein weiterer Aspekt: Eine Motion fordert aktuell vom Bund, dass ausländische Masterabsolventen und Doktoranden von universitären Hochschulen der Schweiz aus Bereichen mit ausgewiesenem Fachkräftemangel einfach und unbürokratisch in der Schweiz bleiben können.

Wenn wir schon beim Thema der Standortmarke sind: Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die Niederlassung von internationalen Tech-Firmen wie Google und IBM in der Schweiz?

Sie sind eine Bereicherung für den Wirtschaftsstandort. Klar sind sie für uns auch Konkurrenten im Wettbewerb um Fachkräfte, doch sie vermitteln im In- und Ausland den Eindruck eines attraktiven ICT-Standorts. Diese Signalwirkung hilft allen hier angesiedelten Unternehmen, Fachkräfte und Investitionen anzuziehen. Gleichzeitig zwingt es sie, in ihre Reputation als Arbeitgeber zu investieren. Auch bei Ergon sind wir gefordert, stetig zu investieren, um unsere Stellung als einer der attraktivsten Arbeitgeber der Schweiz zu halten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über den Schweizer ICT-Sektor

Die Zahl der ICT-Beschäftigten in der Schweiz wächst derzeit zweieinhalbmal so schnell wie die Gesamtzahl der Beschäftigten. Im Jahr 2019 arbeiteten 242’600 Personen als ICT-Fachkräfte in der Schweiz, ein Drittel davon in der ICT-Kernbranche. Damit ist die ICT das siebtgrösste Berufsfeld in der Schweiz, vergleichbar mit dem Gastgewerbe und dem Bildungssektor. 2017 erzielte die ICT-Branche eine Bruttowertschöpfung von CHF 30.4 Mrd., also gut halb so viel wie der Finanzsektor. Exporte sind für knapp zwei Drittel der Schweizer ICT-Wertschöpfung verantwortlich. Dennoch weist die Schweiz im ICT-Bereich eine deutlich negative Handelsbilanz auf: Dem Exportvolumen von CHF 19.5 Mrd. stand 2017 ein Importvolumen von CHF 28.1 Mrd. gegenüber. Der grösste Importüberschuss existiert im Handel mit den USA, der grösste Exportüberschuss im Handel mit Deutschland.

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