Eine Leica ist eine Leica ist eine…

Wenn ich mit einer meiner Leica-Messucher-Fotokamera Fotos mache, sind mir Kommentare sicher. Es spielt keine Rolle, ob es das analoge Modell aus dem letzten Jahrtausend ist oder das neuste digitale Modell. Alle Zuschauer sind überzeugt, dass die Kamera uralt sein muss. Niemand fragt, ob er die geschossenen Bilder anschauen kann, weil alle davon ausgehen, dass sie zuerst noch entwickelt werden müssen. Grossartig.

Dass die Kameras seit jeher gleich aussehen und für eine Ewigkeit funktionstüchtig bleiben, sind wohl zwei zentrale Erfolgsfaktoren des Unternehmens, das bis 1986 unter dem Namen Ernst Leitz Wetzlar GmbH firmierte. Eine Leica-Kamera ist eben bis heute eine Leica-Kamera. Oder?

Als ich letztens mit meiner digitalen Leica wegen eines Verarbeitungsfehlers zu Leica Schweiz ging, war alles viel komplizierter. Elektronische Komponenten können nicht bis in alle Ewigkeit nachproduziert werden, zumindest nicht wirtschaftlich. Meine gerade mal 9-jährige Leica, die auch in Leica-Zeitmessung noch nicht mal ein Teenager ist, war kurz davor, Elektroschrott zu werden. Irgendwie logisch. Aber trotzdem enttäuschend, vor allem als treuer Leica-Kunde.

Doch gerade als meine Tränendrüsen ansetzten, dem Verkäufer meine innere Agonie zu kommunizieren, machte dieser ein unwiderstehliches Angebot: Beim Kauf einer neuen Leica-Kamera kann er mir im Tausch gegen die alte im Preis grosszügig entgegenkommen. Da dieses spezifische Modell kaum einen Wiederverkaufswert hat, bietet man dem Kunden diese Lösung.

Ich frage nach. Grundsätzlich bietet der Leica Store die Möglichkeit alte Geräte und Optiken beim Kauf von neuen anrechnen zu lassen. So kann Einsteigern ein günstiges Occassions-Modell angeboten werden, ohne die Marke mit Billig-Modellen zu verwässern. Gleichzeitig wird treuen Kunden ein kostengünstigerer Umstieg auf ein neues Modell ermöglicht.

Eigentlich wie zu Grossmutters Zeiten, aber eigentlich auch genial.

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