Inszenierung (fast) auf den Punkt

Ein Unternehmen errichtet inmitten der Schweizer Bergwelt am Lunghinsee über Maloja eine temporäre Berghütte. Was auf den ersten Blick nach «Auffallen um jeden Preis» daherkommt, erweist sich bei genauerer Betrachtung als passende Marketingmassnahme mit Raffinesse und Mehrwert fürs Publikum. Die Schweizer Laufsportfirma On hat diese verrückte Idee realisiert und für ein halbes Jahr eine Monta Rosa-Hütte im Taschenformat realisiert. Ihre Berghütte im Engadin ist kaum grösser als eine Garage. Sie bietet Innen eine Kombination von moderner alpiner Ästhetik und Funktion ohne jeden Luxus. Aussen ist die Berghütte von einer glänzenden Metallfassade umgeben, die die Umgebung spiegelt und sie gleichzeitig einem riesigen Kristall gleich auffällig in die Landschaft stellt.

Diese Berghütte ist ein seltenes gelungenes Beispiel einer indirekten, d.h. nicht die Kernleistungen eines Unternehmens direkt aufnehmenden Marketingmassnahme, weil sie die heutige wie künftige Differenzierung von On so passgenau trifft: So hatten die drei Gründer des Unternehmen offenbar auf einer Wanderung in dieser Gegend die Gründungsidee. Das Laufen und insbesondere das für On wichtige Traillaufen findet draussen in der freien Natur statt. Und schliesslich steigt On dieses Jahr neu in den Markt für Wanderschuhe ein.

Zu (fast): An einem 1. August darf man davon träumen, dass On eines Tages auch noch die Produktion näher an den Lunghinsee verlagert. Eine Berghütte in den Schweizer Bergen, die bleibt, würde On dann mindestens zustehen.

Und: Man kann diesen Beitrag auch als Einladung zum Hüttenbesuch lesen. Frohes Wandern!

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